Sarance – Accous (Tag6)


In meinem Traum hoere ich gerade die Musik von Conan, der Barbar als mich der Preister mit grimmigen Gesicht ein “Bon Jour” an die Backe heftet. Es ist 8.30 Uhr, nach meiner Zeitrechnung klingelt mein Wecker spaetestens in einer Stunde, aber wie erklaere ich es dem Priester? OK, dann gehe ich eben! Als Dank moechte ich eine Spende da lassen, aber der Priester lehnt ab. OK, das kommt in den Sparstrumpf.
Das Wetter ist heute ganz flau, es nieselt und daran wird sich wohl mi Verlauf des Tages nichts aendern. Alles sehr wolkenbehangen, der Regenponcho wird heute mein bester Freund und Begleiter.
Die Strecke schlaengelt sich entlang des Flusses, ich treffe einen entrissenen Esel, der sich das saftige satte Gras schmecken laesst. Ihm stoert das Wetter weniger, er freut sich eher, dass er sich aus seinem Gatter hat reissen koennen und hier am Berghang steht. Die Strecke heute ist bescheiden.
Ich moechte meiner Einladung von Pfarrer Vincent beikommen und nach Accous einkehren. Auf der Haelfte der Strecke in Bedous kaufe ich regionalen BergZickenkaese, der wird mein Fettbedarf fuer die naechsten 2/3 Tage decken. Am Ende des Ortes treffe ich den Gaertner Jaques, der mir den Weg nach Accous zeigt. Er ist der Zweite, der mich dieser Gemeinde empfiehlt und meint, dass er abends wohl auch komme. In Accous angelangt erkundige ich mich ersteinmal nach dem Hause vom Pfarrer Vincent. Als ich klopfe, reagiert niemand. Ein wenig frustriert gehe ich in die Kirche. Dort treffe ich 5 Frauen, die gerade eine Gebetsrunde haben. Als sie danach anfangen zu singen, gehe ich zu ihnen. Mit dem Gesangsblatt von Orloron in der Hand freunden wir uns schnell an. Eine der Frauen laedt mich zum Kaffee ins Gemeindehaus ein. Es liegt gegenueber der Kathedrale und jeder des Dorfes scheint hier ein und auszukehren – ein offenes Haus der Kirche. Sie waermt den morgentlichen Kaffee nocheinmal fuer mich in der Microwelle auf. Dabei trinke ich doch gar kein Kaffee und habe ihn nur aus Dankbarkeit angenommen. Wir unterhalten uns sehr amuesiert, jedoch mehr mit Haenden und Fuessen als mit der Sprache, denn wir haben keine gemeinsame. Ich zeichne viel auf Papier und erklaere auf spanisch, was meine Familie, was mein Bruder macht. Wir diskutieren Fragen wie “Wie ist das Verhaeltnis Frankreich-Deutschland nach dem Krieg”, “Merkel als erste Kanzlerin” und lachen viel, weil wir uns kaum verstaendigen koennen. Jaques trifft ein und hilft zu uebersetzen, denn er kann noch ein wenig deutsch aus Schulzeiten, die Rettung. Nach einer Weile kommen auch Vincent und der Priester Pierre, der mich sehr an den Koordinator meines Masterkurses Alexandrov erinnert.
Jaques zeigt mir die Plgerherberge, die ich dann auch beziehe, wieder alleine, keine Gottesseele auch nur annaehernd in der Naehe. Es bietet sich mir ein sehr geraeumiges Wohnzimmer und 3 Schlafzimmer, sehr schoen! Spater fahren wir mit den beiden Pfarrern nach Bedous, wo sie eine Messe halten. Pierre ist der Hauptredner, nach der Messe kommt er zu mir und meint, dass ich zwar nicht viel verstanden haben kann, jedoch es direkt in mein Herz geht. Ich glaube, ich weiss was er meint, es kommt er auf die Gabe und Guetigkeit an, die von den beiden ausstrahlt. Ausserdem werde ich eingeladen, noch einen Tag laenger zu bleiben, wenn ich moechte. Ich willige ein, es kommt mir gerade zum Guten ein wenig zu entspannen und meine geschwollenen Fuesse auszukurieren. Des weiteren ist morgen Ostersamstag, ein ganz besonderer Tag.

















