Pilgertypen
Waehrend meiner Reise hab ich 4 verschiedene Pilgertypen kennengelernt und fuer mich kategorisiert. Typ1 ist der Perigrino Realo. Er tritt die Pilgerreise mit wenig oder gar keinen Geld an und ist meist auch direkt von zu hause aus los. Auf dem Weg fragt er andere Mitpilger, Anwohner oder Herbergen nach Essen. Er ist daran zu erkennen, dass er meist ein wenig ungepflegt, unrasiert und einen etwas groesseren Rucksack mit Zelt mit sich traegt. Er ist so gut wie selten zu finden, die Wahrscheinlichkeit geht gegen Null. Wenn um 14.00Uhr die Pilger in den Herbergen eintreffen ist er noch unterwegs. Zu finden ist er also nachmittags auf der Strecke, an Flusslaeufen zum Waschen oder an Waldlichtungen, Ruinen zum schlafen. Auf dem ganzen Weg hab ich nur 2 im deutschen oft verrufenenen “Bettelpilger” getroffen. Die Reise nach hause wird selbstverstaendlich auch zurueckgelaufen. Manch Bettelpilger ist auch ein lebenslanger Pilger. Typ 2 ist der LowBudget-Pilger. Er hat am Tag nur ein begrenztes Budget fuer Herberge und Essen und guckt zweimal auf den Taler bevor er zu Schokolade, Muffins und andere nicht wirklich noetige Lebensmittel kauft. Ist einer Herberge zu teuer, wird auch mal draussen geschlafen oder weitergegangen, selbst wenn die naechste Herberge weit entfernt liegt. Dieser Pilger bevorzugt Supermaerkte anstelle der haeufig zu findenen Tante-Emma-Laeden. Das Essen ist meist sehr einfach, hauptsache kalorienreich. Menus de Peregrino, Cafes und Restaurantes sind absolutes Tabu, es sei denn man wird eingeladen. Typ 3 ist der Durchschnittspilger. Dieser Pilger ist recht gut vorbereitet auf alles, hat oft funktionelle Sachen nach dem 3 Schicht-System, goennt sich meist einmal am Tag eine warme Malzeit und ist den Cafes und Resaturant auch oft zu finden. Meist geht er in die Herbergen zu anderen Pilgern, das gehoert fuer ihn auch dazu. Ist jedoch ab und zu nicht vom Hotel oder Hostal abgeneigt. Typ 4 Der Tourist. Er ist mit am einfachsten zu erkennen. An wichtigen Pilgerpunkten wie der Punte de la Reina oder dem Fero de Cruz ist er unter den Pilgern mit im Getuemmel daran zu erkennen, da er am meisten schwitzt. Das liegt daran, dass er den meisten Weg mit dem Bus zurueck legt und das Klima auf der Strecke nicht gewohnt ist. Er schlaeft meistens im Hotel und besucht Pilgerherbergen nur, wenn er sehen moechte wie die Pilger denn eigentlich hier leben und schlafen koennen. Meist wird der gesamte Jakobsweg in maximal 2 Wochen “durchgenommen”, die besten Rosinen werden sich am Weg rausgesucht fuer Fotos und Vesperpausen. Gelaufen wird auch, jedoch meist nur in kleinen Abschnitten von etwa 10-15km. Dabei wird jedoch nicht der normale Rucksack getragen, sondern nur ein Tagesrucksack, die normalen Reisetaschen werden per Bus oder Taxi transportiert. Er ist ein Stempeljaeger und hat meist 2 oder 3 Stempel am Tag um am Ende doch noch die Compostela zu bekommen.


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